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Der erwachende Mann


Erich sitzt am Lagerfeuer, nicht wie sonst vorm Fernseher. Klarheit umgibt ihn. Der Student fühlt sich ruhig, aber entschlossen. Er fühlt Energie in sich, nicht wie sonst dumpfe Leere. Am nächsten Morgen weiß er, wofür er aufsteht. Er weiß jetzt was er will, und fragt nicht mehr andere, was sie meinen, was er will.

Er hat Ziele. Fühlt seine Ideale in sich. Er hat es gewagt, wieder zu träumen zu beginnen. Das in sich zu erforschen, was er wirklich will im Leben. Und er ist bereit dafür Veränderungen zu gehen. Schritt für Schritt. Er hat das „Was will ich“ und das „Wie“ bereits in sich gefunden. Das „Mit wem“ ergibt sich von selbst. Das fühlt er in sich.

Er ist bereit zu kämpfen. Für alles, was ihm heilig ist. Nicht für das, was andere als wichtig ansehen. In seiner Studenten-WG macht er nicht „um des Friedens willen“ das, was eigentlich gerade anderen zugeteilt ist – sondern geht aufrecht in die Konfrontation. Er hat dabei keine Angst mehr, unbeliebt zu werden.

Die sonntägliche Kaffe-Kuchen-Einladung bei seinen Eltern läßt er unentschuldigt sausen. Er geniesst es heute sogar diese Freiheit zu haben – nicht absagen zu „müssen“. Er schaut in der Sonne sitzend den vielen Menschen in der Stadt zu. Und fühlt sich einfach gut. „Ich hatte keine Lust“ wird er zu seinen Eltern ganz ruhig sagen. In dem Wissen, dass sie es überraschend schnell und ruhig so akzeptieren werden.

Nachdem er die heute fälligen Schritte für seine Vision erledigt hat, wendet  sich der 19-jährige voller Offenheit und Präsenz seiner Freundin zu, lädt sie zum Essen ein und hat dann tollen Sex mit ihr. Nächste Woche wirft er sein Studium. Er will Bäcker werden. Das wollte er tief im Herzen schon immer. Er hatte nur nie den Mut, das seinen Eltern zuzumuten und sich selbst zu vertrauen. Was Marktprognosen sagen, schert ihn nicht. Denn er hat soviel Elan und Ideen, was im Bäckerhandwerk machbar ist und noch fehlt.

Er glaubt an sich und seinen Weg. Wenn hier wirklich alles bald selbst gemischt in Discount-Läden verkauft wird und der Bäckerberuf angeblich ausstirbt, geht er eben mit denen, die ihm in Liebe verbunden sind ins Ausland.

Ein Mann muß Visionen haben. Und er muß bereit sein, Niederlagen zu erfahren. Er muß Schritte gehen, die weh tun können. Weil es die absolute Gewissheit nicht gibt. Er muß stets seine Grenzen erweitern, wie sich das Universum ausdehnt. Das ist das schöpfende Prinzip, das in ihm wohnt. Das Feuer im Mann braucht etwas, worauf es sich richten kann. Und er hat den Drang nach Freiheit in sich, wie die Frau den Drang nach Sammlung und Zentrum.

Die Gegenpole. Aber welche Kraft geniesst mehr Ansehen in der Bevölkerung? Meiner Ansicht nach zunehmend das Weibliche. Und es gäbe viele spirituelle Begründungen, warum „männlich“ sein doch unerleuchtet ist. Das Problem der Männer, das dann auch eines der Frauen und Kinder wird: Männer wachsen überwiegend an Frauen auf. Erst an der Mutter, dann Erzieherinnen und Lehrerinnen. Die Väter sind meist nicht die wirklich bindende Kraft, die Jungen und junge Männer bräuchten, um wirklich zu sich zu finden.

Die meisten Männer lehnen innerlich das Männliche in sich ab, ebenso ihren Vater oder andere Autoritäten. Sie haben meist keine tiefen oder tragenden Männerfreundschaften. Sie haben sich durch die Augen des weiblichen Prinzips erfahren und tun dies oft lebenslang. Männer lernen Gefühle zu zeigen, Frauen zu verstehen, einfühlsam zuzuhören, zu meditieren. Das ist wunderschön – und nur, wenn dadurch nicht der Mann, das göttliche Prinzip, der Shiva in ihnen stirbt!

Nur wer die WAHL hat, hat die GABE. Sonst ist es Not. Wer liebevoll zuhören kann, aber ebenso frei gehen und die Gefühle bei dem lassen kann, der sie hat – hat die Wahl. Nur wenn ein Mann für Visionen brennen kann und auch bereit ist, für etwas zu kämpfen – ist es tief segensreich sich in Meditation zu versenken. Männer sollten nicht versuchen, Frauen ähnlich zu werden. Tief dahinter zeigt sich die Selbstverachtung, die Ablehnung des Männlichen in solchen Männern. Und dann können sie auch das Weibliche nicht wirklich lieben und achten.

Frauen sollten nicht müde über alles lächeln, was eben Männlich ist. Aber wie oft geschieht das. In Familien sollen Männer den Mann stehen, Versorger, guter Liebhaber und liebevoller Vater sein. Aber das können sie nicht. Sie müssen es nachholen oder vom Leben initiiert werden. Das ist sehr schmerzhaft. Männer leiden und irren, weil sie kein Mann, kein Stamm ins Männliche Prinzip geführt hat, wie dies bei Naturvölkern noch rituell gemacht wird. Nur eine Frau, die sich tief in den weiblichen Pol hinein entwickelt, unterstützt das Männliche in ihrem Mann.

Werden Frauen männlich, zerstören sie ihre Männer. Werden Männer weiblich, werden die Frauen verbittert und oft zur Furie und das Weibliche in ihnen verdörrt. Ob sie wollen oder nicht. Die Dualität hat ihre Gesetze.

Dem Frieden derer zu glauben, die angeblich glücklich die Rollen getauscht haben, fällt mir bei genauem Hinsehen meist schwer. Also sollten wir aufgerufen sein, uns in unserem Geschlecht und Prinzip zu lieben und es auch so leben. Je nach dem, welchen Körper wir erfahren. Auch wenn im Innersten von Frauen und Männern, in uns allen, der Eine wohnt.




 

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Letzte Änderung: 11. October 2017
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